Welche Alternativen habe ich zu den Suchmaschinen-Riesen? Warum sollte ich speziell eine Suchmaschine aus Deutschland verwenden? Ist die Qualität der Ergebnisse das einzige zu beachtende Merkmal bei der Wahl einer Suchmaschine?
Monopolstellung Google
In der vorigen Woche haben wir uns die Liste der am häufigsten in Deutschland abgerufenen Webseiten näher angesehen. Platz 1 und 2 wurden von Google belegt, jeweils die deutsche und amerikanische Domain. Es gab jedoch noch weitere Suchmaschinen in dieser Liste. Google Russland und die weitere russische Suchmaschine Yandex lasse ich hierbei einmal außen vor. Es bleibt lediglich Bing von Microsoft in der Liste der Top 50 Adressen übrig. Ich befürchte hierbei jedoch, dass viele dieser Aufrufe unbewusst durch die Verwendung des am weitesten verbreiteten Betriebssystems Windows von Microsoft und dessen vorinstalliertem Browser (Internet Explorer bzw. Edge) zustande gekommen sind. Es sieht also düster aus in Deutschland für die Konkurrenz.
Wen gibt es denn noch?
Leider ist mir tatsächlich keine deutsche Suchmaschine bekannt, die einen nennenswerten Datenbestand vorweisen könnte. Es gibt jedoch sogenannte Meta-Suchmaschinen wie metager.de und unbubble.eu, welche von anderen Suchmaschinen stammende Daten auswerten und so auch Treffer aus unterschiedlichen Suchmaschinen im Ergebnis anzeigen können. Darüberhinaus werden durch Nutzung einer Metasuchmaschine die Trackingmöglichkeiten der Suchmaschinen, aus deren Datenbestand sich die Metasuchmaschine bedient, stark begrenzt.
Hier kommen wir direkt zum Grund eine deutsche Plattform zu verwenden und einem weiteren Bewertungskriterium für Suchmaschinen. Der Datenschutz und das Verfolgtwerden im Internet von den größten Netzwerken ist ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Abgesehen von den rechtlichen Einschränkungen und Auflagen, und ob sich eine Suchmaschine diesen gefahrlos verwehren kann, ist der persönliche Bedarf das wichtigste Entscheidungskriterium in diesem Bezug.
Datenschutz ist nicht nur in Deutschland Thema
Der allgemeine Schutz eigener Daten, vor allem aber auch der Schutz vor Zuordnung teils intimer oder politisch motivierter Suchanfragen zur eigenen Person, sind überall auf der Welt, mehr oder weniger, ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der Suchmaschine.
So ist zum Beispiel DuckDuckGo, die Suchmaschine des US-Unternehmens Duck Duck Go Inc., als Kombination aus Metasuchmaschine und eigenem Webcrawler (siehe Wikipedia), eine die Privatsphäre seiner Nutzer respektierende Suchmaschine.
Was tun, wenn die Ergebnisse nicht überzeugen, man aber nicht von den großen Suchmaschinen getrackt werden will?
Das Tracking, also das Verfolgtwerden über verschiedene Plattformen hinweg, ist manchem ein Dorn im Auge. Es kann natürlich unter Umständen ein kleiner Nutzen für den Verwender entsprechender Dienste entstehen, vielen ist es aber unbehaglich, wenn z. B. nach der kürzlichen Suche nach einem Produkt, die passende Werbung dazu auf einer völlig anderen Webseite eingeblendet wird.
Wenn man jedoch feststellt, dass z. B. Google die besten Ergebnisse für den eigenen Suchtyp liefert, ist man dennoch in der Lage das Tracking zu umgehen. Hierzu lassen sich im Web, sogar mit anderen Suchmaschinen, einige Tipps und Anleitungen finden, um z. B. über anonyme Netzwerke und ohne mit dem Browser eine Signatur zu hinterlassen, Google und Co für die Recherche zu verwenden.
Fazit: Der Zug ist abgefahren, aber im TGV ist noch Platz
Vermutlich werden wir in Deutschland ohne den Einsatz enormer Kapitalmengen keine Chance mehr bekommen eine konkurrenzfähige Suchmaschine aufzubauen. So lange es aber noch Konkurrenz gibt, und hier komme ich auf die oben ausgenommene Yandex-Suchmaschine zurück, lässt sich mit Hilfe von Metasuchmaschinen und anderen Tricks das Nutzen einer ausländischen Suchmaschine oder gar mehrerer gleichzeitig an die Bedürfnisse der Deutschen anpassen.